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Rennrad Scheibenbremse

bearbeitet September 2013 in Techniksparte
Die Eurobike zeigt das die Tendenz der Rennradhersteller zur Scheibenbremse geht. Wie seht ihr das?

Kommentare

  • Also ich plane für mein nächstes Rennrad den Umstieg auf Scheibenbremse. Vorteile sind die höhere Bremsleistung vor allem bei Nässe und die Verlagerung des Verschleißes beim Bremsen weg von der Felgenflanke. Ich weiß zwar noch nicht wie sich das mit dem Gesamtgewicht des Rades verhält, aber der Unterschied wird wohl nur marginal sein.

    Andererseits wird gerade bei der Bremsleistung bei Nässe darauf hingewiesen, dass hier auch die Haftung des Reifens auf der Straße ein begrenzender Faktor ist.

    Interessant zu wisssen, wäre für mich auch, ob man dann nicht völlig andere, leichtere(???) Laufräder konstruieren könnte, falls sich die Scheibenbremse mal durchgesetzt hat.
  • Skeptisch sehe ich das, mehr ein Maßnahme zur Erhöhung des Umsatzes als eine Verbesserung von irgendwas, denn:
    - richtig, bei Nässe benötige ich nur selten noch mehr Bremskraft sondern mehr Grip, und wenn es richtig schüttet sehe ich so wenig dass ich eh sehr langsam fahre
    - der Rennradler gern in Gruppe fährt, da soll er auch nicht bremsen
    - ich habe noch nie in einer Gefahrensituation die Bremse maximal betätigt (zumindest moderne RR-Bremsen), so vorrausschauend bin ich mittlerweile unterwegs
    - Abfahrtsspaß brauch ich auch nicht mehr Bremsleistung

    Zweifelsfrei ist die Haltbarkeit ein wichtiges Argument, aber da Laufräder in einer Wohlstandsgesellschaft wie Handtaschen gehandhabt werden, sollte eine normale Felgenflanke auch die gewünschte Lebensdauer hergeben. Der wichtige Unterschied zum Crosser oder anderen Schmutzrädern ist doch gerade die Sauberkeit auf der Straße und damit der geringe Verschleiß.

    Borax, bitte lass das sein, aber das habe ich dir ja schonmal gesagt. Der überragende konstrukiven Vorteil ohne Bremsflanke sollte doch bei den MTBs sichtbar sein, sofern er existiert.
  • Ich sehe als einzigen Vorteil den wegfallenden Bremsflankenverschleiß!

    Die Argumente für Bremskraft etc. finde ich albern. Alle derzeitig am Markt erhältlichen DualPivot o.ä. Felgenbremsen sind vollkommen ausreichend und brachial von der Bremskraft!
  • Wenn ich meine Vorderradbremse durchziehe, blockiert das Rad mit Überrrollgefahr und/oder verliert durch mangelnde Fläche Bodenhaftung. Bremstechnisch ist wohl bei aktuellen RR-Bremsen eine Scheibe nicht notwendig.

    Ich persönlich glaube auch, dass vieles von dem Hype aus Marketingabteilungen kommt.
    Das Argument mit der verschleißenden Felgenflanke stimmt zwar, aber so schnell bremsen die i.d.R. auch nicht durch. Mein VR läuft seit >25Tkm auf Mittelgebirgsausfahrten (gut die Alpen sind noch nicht dabei..), die auch mal auf gerade noch rennradtauglichen Wegen und nicht nur bei Sonnenschein absolviert wurden, und ich kann noch lange nicht feststellen, dass das an der Verschleißgrenze ist. Sehe das eher wie degga, bei dem ganzen Konsumismus glaube ich sowieso, dass sich viele Fahrer einen neuen LRS unabhängig vom Verschleiß des alten zulegen. Gefühlte Gründe gibt es ja beim RR viele ;-).

    Viel leichter dürften die Laufräder auch nicht werden, eher schwerer. Man benötigt einen größeren VR-Nabendurchmesser als jetzt, zumindest auf der Seite der Scheibe, um die größeren Kräfte dort einzuleiten. Außerdem hat man IMMER ein zusätzliches Bauteil/Gewicht, Radialspeichung entfällt ja auch, damit werden längere/schwerere Speichen nötig. Ob sich beim aktuellen Trend zu hochprofiligen Felgen eine Einsparung der Bremsflanke wirklich merkbar auswirkt, werden wir sehen. Ich glaube, dass es das notw. Mehrgewicht nicht aufwiegt.

    Einen Vorteil gibt es sicher noch bei sehr langen Abfahrten, denn Felge/Schlauch/Reifen werden nicht durch die Bremsreibung erhitzt u. die Gefahr von Platzern verringert. Aber ob die viel kleinere Bremsscheibe diese Wärme dann gut ableiten kann, weiß ich nicht.

    Am Randonneur/Crosser sind Scheiben allerdings wirklich ein Überlegung wert.

    Fazit: Scheiben am Renner werden kommen, ob man sich dann 'rational' dafür oder dagegen entscheidet, bleibt jedem selber überlassen...

    PS: Was ich persönlich ja auch an einem Renner schätze, ist, dass man mit simpler Technik viel Nutzen erreichen kann. Zu viel Elektronik, Ölleitungen u.ä. widersprechen für meinen Geschmack dieser genialen Einfachheit.
  • Ich schließe mich dem letzten Satz an. Durch die Erfahrungen, wie Schleifen, Quietschen und undichten Kolben, am MTB, würde ich auch von der Scheibe abraten. Außerdem sind die Bremskräfte, die auf die leichten Vollcorbongabeln wirken, sehr hoch und die Position der Scheibe am längsten Hebel der Gabel auch nicht gerade zu unterschätzen. Die sehr geringen Handkräfte sind aber ein weiterer Vorteil der hydraulischen Bremse, was auch eine Überlegung zur hydr. Felgenbremse zulässt. Jeder, der eine HS11/33 von Magura fährt, schwärmt über die sehr angenehmen Handkräfte. Und gerade in längeren, steilen Abfahrten kommt das dem Rennradfahrer denke ich entgegen.
  • bearbeitet September 2013
    ich kann mich über zu hohe handkräfte nicht beschweren. der rest, der hier gesagt wurde, ist alles richtig.

    preise und gewicht werden definitiv steigen. gewicht auch folgenden gründen:
    man braucht verstärkte nabenflansche, starke/viele speichen, leichte alufelgen würden sowieso nicht mehr gehen, verstärkte gabel ...
    ehrlich gesagt ist die klassische felgenbremse für mich ne riesige bremsscheibe ;)
  • bearbeitet September 2013
    Zur Gewichtsthematik Folgendes:

    Stevens Ventoux Dual Pivot
    Rahmen: 975 g (RH 56 cm)
    Gabel: 340 g
    LRS: DT Swiss RC 38 SPLINE C: 1475 g
    Bremskörper: Shimano BR-6800: 335 g
    Bremsschuhe: ca. 40 g
    Schalt-/Bremshebel: Shimano ST-6800: 425 g
    Bremszüge: 60 g

    Gesamt: 3650 g

    Stevens Ventoux Disc
    Rahmen: 995 g (RH 56 cm)
    Gabel: 395 g
    LRS: DT Swiss RC 38 SPLINE C DB: 1520 g
    Bremssattel: Shimano BR-785: 263 g
    Bremsscheibe: SM-RT99-S 140mm: 205 g
    Schalt-/Bremshebel: 515 g
    Bremsleitung + Öl: 83 g

    Gesamt: 3976 g (+326 g)
  • Unter regulären Bedingungen ist eine Scheibenbremse sicher ganz nett.

    Jetzt stell Dir aber bitte mal eine Paßabfahrt bei 3 Grad im strömenden Regen vor. Bei der Felgenbremse sinkt die Bremskraft ähnlich stark wie der Grip, so daß Du es selbst mit kalten und gefühllosen Fingern kaum schaffen wirst zu blockieren.

    Wenn Du das jetzt mit einer Scheibenbremse versuchst und etwas zu stark bremst liegst Du auf der Nase. Der vermeintliche Vorteil der Scheibenbremse bei Nässe ist also eher zweifelhaft.

    Ein anders Problem kann noch auftauchen, wenn man bei einer organisierten Veranstaltung mitfährt, bei der man im Notfall vom Veranstalter ein Ersatzlaufrad geborgt bekommt. Da sind die Ausführungen für Scheibenbremse sicher nicht allzu oft anzutreffen.
  • Erst wollte ich schmunzel bei dem letztem Kommentar, aber der betrifft Borax bei einer bevorstehenden Teilnahme bei der ElbSpitze unmittelbar. Wäre schön, wenn wir dort nicht unnötig Zeit wegen Reifenwechsel liegen lassen oder Ausstieg wegen nichtvorhandenem Ersatzmaterial notwendig wäre.
  • [cite] degga:[/cite]Erst wollte ich schmunzel bei dem letztem Kommentar, aber der betrifft Borax bei einer bevorstehenden Teilnahme bei der ElbSpitze unmittelbar. Wäre schön, wenn wir dort nicht unnötig Zeit wegen Reifenwechsel liegen lassen oder Ausstieg wegen nichtvorhandenem Ersatzmaterial notwendig wäre.
    Ich würde frühestens 2015 auf Scheibenbremse umsteigen. Nächste Saison ist man doch lediglich Betatester, Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sich die Scheibe durchsetzt. Im MTB-Bereich ist die Felgenbremse mittlerweile schon eine Rarität. Aber Rennrad ist halt doch etwas anderes.
    In den nächsten Jahren dürfte der Gewichtsnachteil der Scheibenbremse noch zurückgehen, da es bei den ersten Modellen bestimmt noch ordentlich Tuningpotential gibt.
    Man darf definitiv gespannt sein.
  • Also ich habe wegen der kleinen Hände schon Probleme, bei Felgenbremsen die notwendigen Bremskräfte aufzubringen, wenn die Abfahrten durchgehend steil, lang (>500Hm) sind und schlecht rollen. Eigentlich gefallen mir alle Bremseigenschaften der Scheibenbremse klar besser, abgesehen vom Schleifen und Quietschen, dass ich schon erleben durfte aber..

    an den Scheibenbremsen stört mich gewaltig, dass sie technisch erheblich aufwendiger sind, und ich deshalb die Wartung jenseits vom Belagwechsel oder gar die Neumontage wahrscheinlich der Werkstatt überlassen würde. Natürlich kann man das mit etwas Spieltrieb immer noch selbst machen aber man muss es schon deutlich mehr wollen. Hier ist mal eine mehr als 60-seitige Gebrauchs- und Serviceanleitung für eine läppische Fahrradbremse: http://media.canyon.com/download/manuals/Manual_Magura_Brakes_DE.pdf
  • Hi Borax,

    kannst gern mal ne Runde auf meinerm Crosser/Rennrad RH58 mit Disc Bremsen drehen. Gesamtgewicht liegt je nach Laufradsatz zw. 6,5 und 7,8kg. Und ohne krassen Leichtbau. Vom Fahrverhalten kann ich Dir das nur empfehlen.

    Es gibt auch leichte Disc-Naben. von Tune oder Extralite. Die sind genauso schwer wie normale Rennradnaben.

    Meld Dich mal wenns dich interessiert.

    Micha
  • ..Extralite ist aber schon, wie der Name sagt, extremer Leichtbau und denke doch anfälliger als "billige" Naben mit mehr Materialsicherheiten ( = mehr Gewicht) drin. Bei 6,5 kg fürn Crosser kannst du eigentlich nur das feinste vom feinsten haben, somit ist das vllt nicht so repräsentativ für einen gängigen Crosser mit 8-9 kg, oder?

    Die Belastung grad an der Extralite muss doch enorm sein mit Discs.
  • bearbeitet October 2013
    Micha, da musst du aber schon ziemlich tief in die Trickkiste greifen, um mit einem Disccrosser bei 7kg zu landen.
    Ich habe mir vor zwei Jahren auch einen solchen aufgebaut, auch ein bisschen mit Blick aufs Gewicht, und bin dann doch bei 9.2kg gelandet - wüsste aber auch nicht, wo man groß sparen kann, ohne dass die Funktion (dreifach, stabile Sattel, stabile Stütze, robuster LRS, ordentlich gedichtete Lager...) leidet. Inzwischen gibt es ja auch Plasterahmen und hydraulische Bremsen, das spart wohl schon fast 1kg.
    Mich würde mal eine Auflistung der verbauten Teile interessieren.
  • Hi. Noe extremleichtbau ist nicht dabei. Karbonrahmen aus china. Shimano cx-75 bremsen. Sram red 44/34 11-28. Alusattestuetze und hufschwerem sattel. Noch nicht mal titanschrauben verbastelt. Einfach auf leichte sattelstuetze. Kurbel und kassette achten. Hab zwei laufradsaetze. Einen fuer die stadt mit clincher dtswiss alu felgen. Der leichte hat dt350 naben und noname china schlauchreifenfelgen. Leichtbau muss nicht teuer sein.

    Aber mit dem renni fahr ich nur noch mit carbonfelgen. Ne disc-renni bekommt man locker unter 6,5 kg. Der rahmen und die gabel sind ja nochmal ne tick leichter.
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